Nachhaltiger speisen: Fünf Start-ups machen‘s vor

Kaugummis aus Plastik oder Einweglöffel im Eiscafé – Optimierungsbedarf in Sachen Nachhaltigkeit gibt es in der Food-Szene an vielen Stellen. Wir stellen fünf Start-ups vor, die sich genau das zum Ziel gesetzt haben.

1. Knärzje – Das erste Zero Waste Bier

Ein „Knärzje“ ist eigentlich das Endstück eines Brotes. Daniel Anthes und seine Kollegen meinen damit allerdings etwas anderes: Brotbier! Die Idee, aus Brot Bier zu brauen, kannte Daniel bereits aus dem Ausland. Das Brot ersetzt im Brauvorgang ungefähr ein Drittel des Malzes. In Deutschland hatte sich bisher aber niemand an diese Brauart herangetraut. Gemeinsam mit zwei lokalen Brauereien wagte er den Versuch, und schon der erste Sud war ein Erfolg. „Zero Waste“ wird das Bier durch das verwendete Brot: Das stammt nämlich aus einer Bio-Bäckerei und wäre sonst als Überschuss im Müll gelandet. Aktuell gibt es bereits ein Helles, als nächster Stil soll ein Pils folgen.

2. Grow Grow Nut – Microgreens von der Fensterbank

Sich im Winter vollwertig, aber regional und saisonal zu ernähren ist gar nicht so einfach. Christian Zinke suchte lange nach einer Lösung und wurde schließlich bei den Microgreens fündig. Das sind Gemüsepflanzen im Keimstadium. Deren Vitamin- und Nährstoffdichte ist im Vergleich zu ihren ausgewachsenen Geschwistern besonders hoch. Ein weiterer Vorteil ist, dass man die Microgreens ganzjährig auf der eigenen Fensterbank anpflanzen kann. Mit seiner Grow-Grow Nut möchte Christian die Keimlinge nun in jeden Haushalt bringen. Sein Anzuchtset kommt dabei komplett ohne Plastik aus, denn die Keimschale, eine Kokosnussschale, ist biologisch abbaubar.

3. Forest Gum – Kaugummi, ganz ohne Plastik

Was viele Menschen nicht wissen: Das, was bei Kaugummis als „Kaumasse“ deklariert wird, ist oftmals das gleiche Ausgangsmaterial, aus welchem auch Kunststoffflaschen produziert werden – also Plastik. Thomas Krämer machte sich auf die Suche nach einer ökologischen Alternative. Die fand er in Zentralamerika. Hier wächst nämlich der Chicle-Baum, dessen Saft sich wunderbar für die Produktion von Kaugummi eignet. Die Bäume müssen für die Produktion der Kaugummis nicht einmal gefällt werden. Stattdessen wird die Rinde eingeritzt, um an den Saft zu kommen. Schon bald findet ihr den plastik- und zuckerfreien Kaugummi in den Geschäften. Der Start in den Markt soll nämlich noch in 2019 erfolgen.

4. Spoontainable – Der Eislöffel zum Mitessen

Allein in Deutschland werden jedes Jahr mehr als 360 Millionen Eislöffel aus Plastik über die Theke gereicht. Das muss auch anders gehen, dachten sich Amelie Vermeer und Julia Piechotta. Die beiden haben sich an der Universität Hohenheim kennengelernt und gemeinsam nach Alternativen zu Plastik gesucht. Die Lösung: Spoonies, also essbare Löffel. Schließlich esse man die Waffel bei einem Eis ja auch mit, erklärt Piechotta. Die essbaren Löffel bestehen hauptsächlich aus den Fasern der Kakaoschale, einem Reststoff der Lebensmittelverarbeitung. So bekommt der Spoonie seinen kakaoartigen Geschmack. Hinzu kommen noch verschiedene Mehlarten. Trotzdem ist der Löffel des Start-ups glutenfrei, vegan und enthält keinen Zuckerzusatz.

5. Du bist hier der Chef – Die Verbraucher-Marke

Der Kunde entscheidet, was im Supermarkt steht. Was nach einer Utopie klingt, soll schon bald Realität werden. Zumindest, wenn es nach Nicolas Barthelmé geht, Gründungsmitglied der Verbraucher-Initiative „Du bist hier der Chef“. Sobald seine Community sich über ein Produkt-Voting für ein Produkt entschieden hat, sucht die Initiative den Kontakt zu geeigneten Produzenten. Gemeinsam wird erarbeitet, welche Kriterien zu welchem Preis erfüllt werden können. Beispielsweise, wie teuer eine Packung Milch sein muss, wenn die Tiere auf der Weide leben. Im Anschluss wird eine Verbraucher-Umfrage durchgeführt, in der die Community angeben muss, auf welche Kriterien sie Wert legt. Dabei wird transparent dargestellt, wie teuer das Produkt unter diesen Voraussetzungen sein würde. Wenn genügend Teilnehmer für die Umfrage gefunden wurden, wird das Produkt zu den gewünschten Bedingungen produziert. Der Vertrieb läuft dann über die großen Supermarktketten. Das erste Produkt wurde bereits gewählt: MILCH.

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