Vegane Kosmetik: Woran du sie erkennst

Natürlich und ethisch einwandfrei sollen Kosmetika sein. Dieser Lebensstil verlangt vegane und tierversuchsfreie Inhaltsstoffe. Die an ein Kosmetikprodukt gestellten Erwartungen sind also groß – die Möglichkeiten auch. Welche tierischen Produkte überhaupt in Kosmetika drin sein können und auf welche Produkt-Label du achten solltest

Vegan, tierfreundlich, natürlich – drei Begriffe, die nicht immer zu 100 Prozent deckungsgleich sind. Die Verwendung veganer, tierfreundlicher Kosmetik gehört – wie eine vegane Ernährung – zu einem veganen Lebensstil. Auf ein Zertifizierungs-Logo eines Kosmetikproduktes zu achten, macht Sinn. Eine ganze Reihe von Siegeln garantiert, dass ein Produkt nicht an Tieren getestet wurde. Meistens sind diese auch frei von tierischen Substanzen

Eine Handvoll Label bietet eine schnelle Orientierung beim Kauf eines Kosmetikproduktes. Sie zeigen, ob ein Produkt tierversuchsfrei, vegan oder tierversuchsfrei und vegan ist. Man sollte immer beachten, dass Naturkosmetik nicht grundsätzlich vegan ist. Denn bei der Herstellung werden neben pflanzlichen Rohstoffen auch tierische Substanzen wie Fette, Milch und Honig eingesetzt. Vegane Kosmetikprodukte hingegen dürfen keine Stoffe aus oder von Tieren enthalten, besitzen jedoch andersherum nicht zwingend die von Zertifizierern festgelegten Anforderungen an Naturkosmetik. Wer ganz sicher gehen möchte, achtet zusätzlich auf eine Zertifizierung durch NATRUE oder BDIH.

Die Vegan-Label im Überblick:

©Vegan Society

Die Veganblume

Das häufig auf Kosmetika abgebildete Logo der britischen Vegan Society bescheinigt, dass im Produkt keine tierischen Substanzen enthalten sind und bei der Entwicklung und der Herstellung keine Tierversuche stattfinden. Dies gilt für alle verwendeten Rohstoffe. vegansociety.com

©peta.org

Cruelty free and vegan Bunny

Die US-amerikanische Non-Profit-Tierrechtsorganisation PETA (People for the Ethical Treatment of Animals) führt eine abrufbare und stets aktuelle Liste mit Herstellern, deren Philosophie und Engagement absolut tierfreundlich ist, sprich die keine Tierversuche durchführen oder durchführen lassen. peta.org

©LeapingBunny

Leaping Bunny Logo

Die Coalition for Consumer Information on Cosmetics (CCIC) ist eine Vereinigung von acht Tierschutzorganisationen aus diversen Ländern. Das von ihr vergebene Logo ist die bisher einzige international anerkannte Zertifizierung dafür, dass Produkt und Komponenten nicht an Tieren getestet wurden. leapingbunny.org

©IHTN

Hase mit schützender Hand

„Alle Firmen, die dieses Logo tragen, produzieren seit 1979 komplett tierversuchsfrei“, heißt es beim Internationalen Herstellerverband tierschutzgeprüfte Naturkosmetik, Kosmetik und Naturwaren e.V. (IHTN) in Kooperation mit dem Deutschen Tierschutzbund. Die Produkte sind nicht alle zwingend vegan. ihtn.de

©IHTN

V-Label „vegan“

Das im Food-Bereich eingesetzte Siegel von ProVeg Deutschland e. V. existiert seit Oktober 2017 auch für die Lizenzierung von Kosmetika. Es bescheinigt, dass der Inhalt frei von tierischen Substanzen ist und Tierversuche weder am Endprodukt noch für einzelne Inhaltsstoffe durchgeführt werden. v-label.eu

Der Vegan-Check mit der App

Mithilfe der Codecheck-App scannst du den Barcode im Handel und erfährst sofort, ob das Produkt frei von tierischen Inhaltsstoffen ist.

Tierisches durch Pflanzliches ersetzen

Hunderte Bestandteile tierischen Ursprungs werden in Kosmetika eingesetzt. Und noch viel mehr unterschiedliche Bezeichnungen technischer Art gibt es für alle möglichen Gruppierungen von Inhaltsstoffen. Von der konsistenzgebenden Substanz über den Nährstoffcocktail bis hin zum schillernden Effekt im Lippgloss – für viele dieser Komponenten gibt es vegane Alternativen. Die wichtigsten auf einen Blick:

  • Tierisches Produkt
  • Herkunft und Funktion
  • Veganer Ersatzwirkstoff
1. Bienenwachs (E 901)

Ein Ausscheidungsprodukt der Honigbiene, gibt die nötige Konsistenz, wirkt emulgierend
Veganer
Ersatz: Kokosnussöl, Carnaubawachs, Sojawachs

2. Elastin

Hier handelt es sich um ein Eiweiß aus tierischen Zellen, es macht das Hautgewebe elastisch
Veganer
Ersatz: Soja- und Weizeneiweiße

3. Fischschuppen/Guanin

Aus Fisch- und Reptilienschuppen, bringt den Schimmer-Effekt für dekorative Kosmetik
Veganer
Ersatz: Mica (Glimmer, mineralisch)

4. Gelatine

Aus tierischen Knochen, Haut, Sehnen, dient als Verdickungsmittel
Veganer
Ersatz: Apfelpektin, Meeresalgen

5. Gelee Royale

Drüsensekret der Honigbiene, Wirkstoffbombe, enthält viele essentielle Aminosäuren
Veganer
Ersatz: Aloe Vera, andere Pflanzenderivate

6. Glycerin (E 422)

Nebenprodukt der Seifenherstellung, in der Regel aus tierischen Fetten, wirkt feuchtigkeitsspendend
Veganer
Ersatz: Pflanzliches Protein

7. Karmin (E 120)

Farbstoff aus zermahlenen Cochenille-Schildläusen, dient als Farbstoff für Lippenstifte und Nagellacke
Veganer
Ersatz: Rote Bete

8. Keratin

Faserprotein aus zermahlenen Hufen, Hörner und Federn, verwendet in Shampoos und Haarspülungen, gibt dem Haar Struktur und Elastizität
Veganer
Ersatz: Sojaeiweiß, Mandelöl

9. Kollagen

Aus tierischem Gewebe, sorgt für Spannkraft in der Haut
Veganer
Ersatz: Sojaeiweiß, Mandelöl, Phytokollagen

10. Lanolin/Wollfett (E 913)

Talgdrüsen-Sekret von Schafen, Verwendung in Pflegeprodukten
Veganer
Ersatz: Pflanzliche Fette

11. Lecithin (E 322)

Wachsartiger Stoff aus tierischem Nervengewebe, der in vielerlei Kosmetika eingesetzt wird
Veganer
Ersatz: Sojalecithin

12. Propolis

Bienenharz der Honigbiene (in Zahnpasta, Shampoos, Deodorants)
Veganer
Ersatz: Baumsaft

13. Seide

Eiweißhaltige Naturfaser der Seidenraupe, kommt in Pflegeprodukten zum Einsatz
Veganer
Ersatz: Mineralische und pflanzliche Substitute

14. Stearinsäure

Fett aus Schweinemägen, das in vielen Kosmetika eingesetzt wird
Veganer
Ersatz: Pflanzliche Fette (Kokosöl)

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