Kohl − regionales, saisonales Powergemüse mit Heilkraft

Gemüse steckt voller Vitalstoffe und hält uns gesund. Einheimische Kohlsorten haben jetzt Saison. Sie sind nicht nur außerordentlich reich an Vitaminen und Mineralstoffen, die grünen Köpfe bringen auch Abwechslung auf den Tisch, bergen vielseitige Heilkraft in sich und schonen durch ihre regionale Verfügbarkeit die Umwelt. Nicht umsonst, wird Kohl wieder zunehmend beliebter auf dem Speiseplan.

Trendsetter Kohl

Früher galt Kohl noch als „Arme-Leute Essen“, weil es günstig und oftmals das einzige war, das es gab. Heute liegen Weißkohl, Blumenkohl und Co. wieder im Trend. Dies hat vor allem damit zu tun, dass das Powergemüse einen enorm hohen Nährstoffgehalt hat und von der Wissenschaft zusätzlich heilende Wirkung attestiert bekommt. Zudem ist Kohl vielfach nachhaltig. Der regionale Anbau verkürzt die Transportwege in den Einzelhandel deutlich und stärkt die regionale Landwirtschaft. Nicht zuletzt bleibt er dadurch preislich attraktiv und liefert eine große Portion Vitalstoffe. Die kraftvollen Inhaltsstoffe von Kohl wirken gerade im Winter dem verminderten Verzehr von Obst und Gemüse entgegen. Sie schützen vor Infekten, halten den Darm gesund, wirken blutdrucksenkend, entgiften, stärken das Herz-Kreislauf-System, lindern entzündliche Erkrankungen und noch vieles mehr.

Gesundes Grün mit langer Tradition

Kohl zählt zur Gattung der Kreuzblütengewächse und wurde bereits vor 2000 Jahren im antiken Rom als Allheilmittel bezeichnet. Während seines Werdegangs durch die Jahrhunderte wurde er bei Unterleibsschmerzen, zur Linderung von Gicht, Geschwüren und Hauterkrankungen sowie zur Blutreinigung eingesetzt. Die vielseitigen gesunden Eigenschaften verschiedener Kohlpflanzen sind heute wissenschaftlich weitgehend bestätigt, ganz egal, ob es sich um Grünkohl, Broccoli, Weißkohl, Rosenkohl oder Wirsing handelt. 50 verschiedene Kohlsorten werden allein in Deutschland angebaut. Zu deren Familie zählen auch kleine Vertreter wie Kohlrabi oder Raritäten wie Wildkohl. Die günstige CO2-Bilanz durch den regionalen Anbau macht ihn auch damit zum winterlichen Superfood.

Im Winter ausreichend versorgt mit Vitaminen und Mineralien

Im Vergleich mit anderem Gemüse zeichnet sich Kohl unter anderem durch einen relativ hohen Vitamingehalt aus. Einige Kohlsorten wie beispielsweise Broccoli oder Rosenkohl decken schon mit 100 Gramm den gesamten Tagesbedarf an Vitamin C. Das Sensationelle dabei ist, dass das hitzeempfindliche Vitamin, aufgrund eines speziellen Co-Enzyms im Kohl, beim Kochen nicht verloren geht. Zudem liefert das grüne Gemüse erstaunlich hohe Mengen der Vitamine A, B, E und K sowie Betacarotin. Sie sind wichtige Antioxidantien, fördern insbesondere ein gesundes Immunsystem, erhalten die Sehkraft und unterstützen Nervenfunktionen, Zellteilung, Blutbildung, Eiweiß- und Energiestoffwechsel positiv. Die verschiedenen Kohlsorten enthalten außerdem jede Menge Mineralstoffe, allen voran Kalium, Eisen und Calcium. In nicht unerheblichen Mengen auch noch Phosphor, Magnesium, Chrom, Mangan und Kalium. Für die meisten Körperfunktionen sind sie unentbehrlich. Mit einer Portion Kohl am Tag wird beinahe der gesamte Tagesbedarf an Calcium gedeckt, was die Knochen stärkt und Osteoporose vorbeugt. Als guter Eisenlieferant ist Grünkohl eine wertvolle Alternative zu Fleisch.

Kohlgerichte unterstützen die Darmfunktion

Für eine gleichmäßige Verdauung und Energieaufnahme im Darm, braucht der Körper ausreichend Ballaststoffe. Kohl enthält jede Menge davon und sollte daher regelmäßig auf dem Teller zu finden sein. Das wirkt sich auch entlastend auf den Verdauungsapparat aus, denn Ballaststoffe nehmen auf ihrem Weg durch den Darm Gifte und Schadstoffe mit und leiten sie aus. Ausgerechnet diese Förderer einer gesunden Darmfunktion sind Auslöser der gefürchteten Blähungen, weshalb Kohl gerne gemieden wird. Mit verschiedenen Tricks wird er jedoch für fast jeden verträglich. Entweder zum Mitessen oder in einem Gewürzbeutel mitgekocht, mindert Kümmel, Bohnenkraut oder Koriander die Gasbildung. Wird der frische Kohl für einige Tage eingefroren, brechen die Faserstrukturen und er wird leichter verdaulich. Das Kauen auf ein paar Fenchelkörnern nach dem Essen macht den Kohl ebenfalls bekömmlicher.

Wo entfaltet Kohl seine Heilkraft?

Kohl ist ein durchweg nahrhaftes, kalorienarmes und fettfreies Gemüse, weshalb es zunächst gut geeignet ist, um ein paar überflüssige Pfunde loszuwerden. Die enthaltenen Ballaststoffe tragen dazu bei, dass der Blutzucker langsamer ansteigt und so weniger Insulin freigesetzt wird. Somit sind Kohlgerichte für Diabetiker ein empfehlenswerter Genuss, beugen aber auch einer Diabeteserkrankung vor. Hinzu kommt, dass eine ballaststoffreiche Ernährung den Cholesterinspiegel positiv reguliert. In einer Studie des Universitätsklinikums Heidelberg konnte nachgewiesen werden, das Sulforaphan, enthalten in Broccoli, das Krebswachstum hemmt und die Wirkung von Chemotherapien verstärkt. Zudem soll der mehrmalige Verzehr von Broccoli innerhalb einer Woche das Prostatakrebs-Risiko um 41 Prozent senken. Bestimmte sekundäre Pflanzenstoffe, die sogenannten Glukosinolate, die in vielen Kohlsorten reichlich vorhanden sind, schützen die Pflanze vor Fressfeinden, Bakterien oder Pilzen. Im menschlichen Körper soll sie Sodbrennen und Magenschleimhautentzündungen lindern.

Die gesundheitsfördernde Liste von Kohl ließe sich tatsächlich noch eine Weile fortführen, jedoch sind ein paar Heilwirkungen noch nicht wissenschaftlich bestätigt. Tatsächlich kommt dem Kohl aber eine herausragende Rolle in der Gesundheitsprävention in Zusammenhang mit einer ausgewogenen Ernährung zu.

Nachhaltiges Winterpowergemüse

Die Welt der Kohlsorten ist vielfältig in Geschmack, Aussehen, Konsistenz und Inhaltsstoffen. Nicht nur die Spitzengastronomie entdeckt sie wieder, auch in heimischen Küchen findet sich Kohl immer häufiger neu kreiert in Suppen, Salaten, als Beilage, Auflauf und sogar als Vorspeise wieder. Dunkel und kühl gelagert ist er lange haltbar, sauer eingelegt sogar für Monate. Für die kalten Wintermonate war und ist er ein wichtiger Vitaminlieferant. Weit über die Hälfte der in Deutschland verzehrten Kohlsorten werden in Deutschland angebaut. Als multidimensionaler Nährstofflieferant mit geringem ökologischem Fußabdruck wird er damit zum nachhaltigen Spitzenreiter in der Gemüseabteilung.

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