Gebaute Utopie für die Zukunft

Selbstanbau von Obst und Gemüse, eine große Gemeinschaftsküche zum Verarbeiten der eigenen Ernte, Bienen auf dem begrünten Dach: Mit dem Neubauvorhaben „Bee Free“ realisiert der Münchner Bauträger BHB ein neuartiges studentisches Wohnquartier mit 67 Apartments. Es verbindet durch urbane Agrikultur erstmals Wohnen mit Wissensaustauch und Selbsterfahrung und greift dabei die Tradition Freisings als Nähr- und Lehrbezug auf. In Anlehnung an die „grünen Studiengänge“ der Hochschule für angewandte Wissenschaften Weihenstephan-Triesdorf, der TU München sowie weiterer (Berufs-)Fachschulen in Freising sollen die Studentenapartments in zwei Gebäuden bis zum Sommersemester 2023 fertiggestellt werden.

„Unser Ziel war ein nachhaltiges Wohnprojekt, das seine Wurzeln in der DNA der Lehrfächer vor Ort hat. In ‚Bee Free‘ können Studierende das Wissen um Anbau, Essen und Nachhaltigkeit direkt aus dem Hörsaal in der Praxis eigenhändig umsetzen“, sagt Melanie Hammer, Geschäftsführerin der BHB Unternehmensgruppe. Die Baugenehmigung für das Quartier an der Rotkreuzstraße, Ecke Karwendelring in Freising liegt bereits vor. Der Vertrieb sowie der Bau für die 67 Einheiten in den Größen von 22 bis 51 Quadratmeter sind ebenfalls gestartet. Konzeptionell besteht „Bee Free“ aus mehreren Bausteinen, die örtliche Besonderheiten und Traditionen aufnehmen und mit den Lehrinhalten der Studenten verweben.

Studierende säen und ernten eigenen Grund – unterstützt durch Landwirtschafts-Paten

Das Herzstück der Anlage bildet der große Garten auf rund 1.600 Quadratmetern mit vielen Obstbäumen, Beerensträuchern, Hängematten und Platz für Picknicks und zum Sporteln. Nebenan befindet sich das grüne Haus, in dem Gartengeräte gelagert werden. Über eine Kräuterlandschaftstreppe gelangen die Bewohner zum Loungebereich, der mit einer eisernen Feuerschale zum gemeinsamen Grillen und Feiern einlädt. Auf dem Weg ins Innere durch die vertikale Farm aus goldenen Spalieren, die zugleich als Sonnenschutz dienen, können Schlangenbohnen, Weinreben und Hopfen angepflanzt werden. Dabei folgt das Haus dem Rhythmus der Bienen und Pflanzen mit Ernten das ganze Jahr über.

Mehr als Studentenapartments: Ort der Gemeinschaft

Ein weiterer Baustein ist die Gemeinschaftsküche für gemeinsames Kochen der Ernte, Marmelade-Einkochen, Einwecken sowie eine Bar für zwangloses studentisches Beisammensein – dabei kann sich jeder Bewohner nach eigenen Interessen einbringen. In der Küche soll ein Gemeinschafts-Vorratsschrank als eine Art Lebensmittel-Tauschbörse stehen. Ebenso geben wird es ein Regalfach für eine „Bee Free“-Rezeptsammlung von und für die Bewohner des Hauses, die über die Jahre hinweg wächst. Im Untergeschoss des Gebäudekomplexes befindet sich ein Lager- und Bierkeller ganz nach alter Freisinger Tradition.

Das Thema Urban Gardening hört selbst bei den Apartments nicht auf: „In den privaten Loggien lässt sich nicht nur entspannen, sondern auch der grüne Daumen testen. Die Trennwände der Loggien bestehen aus einem lamellenartigen Spalier mit goldenem Schimmer, das nicht nur vor Nachbars Einblicken und der Sonne schützt. Sie eignen sich auch, um rankende Pflanzen wie Gurken oder Erbsen anzupflanzen“, erklärt Melanie Hammer.

Bee Free Freising / ©BHB_Unternehmensgruppe

Ein Insektenhotel im Garten, Bienen auf dem Dach

Ein einzigartiges, in bunten Farben leuchtendes, abstrakt rundes Insektenhotel „HabitART“ gestaltet der Lichtkünstler Philipp Frank als Kunstwerk, das im großen Garten nicht nur Schmetterlinge, Marienkäfer und Co. anziehen wird. Der Münchner Künstler, der in Paris und München aufgewachsen ist, hat bereits Installationen für namhafte globale Unternehmen erfolgreich umgesetzt. Außerdem werden in Kooperation mit einem lokalen Imker insgesamt vier Bienenvölker auf den begrünten Dächern einziehen und gemeinsam mit den Studierenden gepflegt.

Grüne Bauweise: CO2 senken, Produktion von O2 erhöhen

Hammer: „‚Bee Free‘ wird aus zum Teil recycelten und klimaneutralen Baumaterialien und nach dem KFW-55 Standard realisiert, sodass Käufer ein zinsreduziertes Darlehen und einen Tilgungszuschuss von bis zu 18.000 Euro pro Apartment erhalten können.“ Dabei setzt der Bauträger den ersten klimaneutralen Ziegel der Firma Schlagmann ein, hergestellt mit Windkraft und Sonnenenergie sowie recycelten Beton, vor allem bei innenliegenden Bauteilen. Aber auch Designelemente wie die wabenförmigen Dedale Platten für Terrassen und Wege werden aus teilrecyceltem Material produziert. Die Apartments und 2-Zimmer-Wohnungen möbliert BHB in Zusammenarbeit mit lokalen Schreinern und nachhaltigen Designerfirmen, wobei sich die Architektursprache in Farbe, Struktur und Muster der Sprache der Natur bedient.

Form follows nature: Architektursprache inspiriert durch die Natur

Zur Straßenseite hin präsentiert sich die Fassade urban schlicht mit einem weiteren Kunstwerk als Highlight: Die „flirrenden Waben“ der Mayer´schen Hofkunstanstalt bestehen aus mehr als 700 glänzenden, handgefertigten Glas-Mosaik-Plättchen, die in die Sockelleiste eingelegt werden. Die honiggold schimmernden, wabenförmigen Mosaikstücke werden eigens für „Bee Free“ von der in 1847 gegründeten, renommierten Werkstatt im Herzen Münchens angefertigt. Nach innen öffnet sich die Fassade, die geprägt ist von sandfarbenem Putz, gemischt mit Elementen aus Metall, Holz und Glas, mit Loggien aus golden lackierten Patios, Geländern und Pflanzkuben.

Abgerundet wird das Wohnquartier durch eine App, in der sich Bewohner vernetzen, organisieren und informieren können und Wissenswertes rund um den Garten, die Pflanzen und die Ernte austauschen können.

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