Eine Hilfestellung für Frankfurter Familien mit Kindern mit Behinderung

In Frankfurt finden Eltern von Kindern mit Behinderung nun gebündelte Informationen, Ansprechpartner:innen, Expert:innen-Interviews und Erfahrungsberichte im barrierefreien Ratgeber Inklusion. Eine Themenvielfalt von Sexualität oder Wohnen bis hin zu Fragestellungen von Alleinerziehenden, von der Geburt bis zum Erwachsenenalter werden im Ratgeber aufgegriffen.

„Betroffene Familien müssen sich bisher immer selbst den Weg auf der Suche nach Hilfe bahnen. Man fühlt sich wie ein Ski-Langläufer auf einer riesigen weißen Schneefläche, auf der man seine eigene Loipe zieht. Hin und wieder kreuzt man eine andere Spur, tauscht sich aus und zieht seine eigene Spur weiter, für sich allein“, sagt Claus-Dieter Kotalla, betroffener Vater und Unterstützer des Ratgebers Inklusion. Aussagen wie diese sind kein Einzelfall. Deshalb hat die Lust auf besser leben gGmbH mit Unterstützer:innen wie Kotalla, aber auch der Stiftung Polytechnische Gesellschaft, dem Verein „Gemeinsam Leben Frankfurt“, der Stadt Frankfurt und weiteren Partner:innen den Ratgeber Inklusion auf den Weg gebracht.

Der Ratgeber Inklusion richtet sich insbesondere an Eltern, Familien und Angehörige von Kindern mit Behinderung in Frankfurt. Er fokussiert mit allen Hinweisen, Angeboten und Kontakten bereits bestehende Angebote und soll damit mühsame Recherchearbeit ersparen. Diese Anlaufstellen für Ratsuchende wurden größtenteils aus konkreten Empfehlungen betroffener Eltern in einem Beteiligungsprozess zusammengestellt.

Zu Projektbeginn gab es eine Online-Umfrage, an der 135 Menschen teilnahmen. Daraus ergaben sich über 70 nützliche Eltern-Tipps, 20 Kapitel von Geburt bis Erwachsenwerden, aber auch Spezialthemen wie Rechte, Sexualität oder Religion. 26 Expert:innenberichte und persönliche Geschichten bieten tiefergehende Erkenntnisse, 216 Anlaufstellen und Webadressen liefern praxisnahe Informationen, Beratung und Ansprechpartner:innen rund um Inklusion in Frankfurt – ohne einen Anspruch auf Vollständigkeit zu erheben. Vielmehr kann der Ratgeber nur als Auftakt für zu ergänzende Informationen verstanden werden.

„Wir können froh sein, dass es eigentlich so viel Hilfe bei uns gibt, aber leider ist es so, dass jede für sich allein arbeitet und keine richtige übergreifende Koordination stattfindet. Mit diesem Ratgeber ist nun ein Anfang gemacht“, berichtet Kotalla weiter.

Der Ratgeber Inklusion wird mit einer vorläufigen Auflage von 2.500 Exemplaren an 150 Kitas, 150 Schulen, 85 Frauenarztpraxen, 39 Kinderarztpraxen und über 100 weitere Partnerorganisationen (z.B. Beratungsstellen, Sozialpädiatrische Zentren etc.) in Frankfurt verteilt. Eltern und Interessierte können den Ratgeber kostenfrei auf ratgeber-inklusion.de bestellen oder – klimafreundlicher – das barrierefreie PDF downloaden.

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