Das Holzhaus – Rückkehr zur ökologischen Bauweise

Holz zählte seit der Jungsteinzeit zu den wichtigsten Baumaterialien für private und öffentliche Gebäude, bis ihm Stahl und Beton Mitte des 20. Jahrhunderts den Rang abliefen. Nun erwecken kreative Architekten das traditionelle Holzhaus zu neuem Leben.

Die wiederentdeckte Liebe für Holz ist die Folge einer gesellschaftlichen Veränderung. Seit der Jahrtausendwende steigt das Bewusstsein für Umwelt- und Klimaschutz kontinuierlich. Viele Menschen wünschen sich ein Zuhause, das im Einklang mit der Natur ist. Hierzu zählen ein schonender Umgang mit natürlichen Ressourcen sowie der Verzicht auf umweltschädliche Bauelemente. Vor allem junge Architekturteams sind bestrebt, diesem Wunsch durch kreative Varianten des Holzhauses nachzukommen. Beispiele kann man im kostenlosen eBook „Nachhaltig bauen: die schönsten Holzhäuser 2020“ finden.

Ziel der modernen Entwürfe ist, das altmodische Image von Holzhäusern aufzufrischen und neue Begeisterung für das Naturmaterial zu wecken. Dabei steht nicht allein die Ästhetik im Fokus. Häuser aus Holz charakterisieren sich durch einen geringen Energieverbrauch und einen niedrigen CO2-Ausstoß. Zeitgemäße Bauweisen unterteilen das Gebäude in mehrere Bereiche mit unterschiedlicher Dämmung. Dies erlaubt eine Einsparung von Dämmmaterial in wenig genutzten Bereichen wie der Garage.

Die besonderen Eigenschaften moderner Holzhäuser

Nachhaltig

Für ein Holzhaus aus Fichte mit einer Wohnfläche von 140 Quadratmetern werden rund zehn Baumstämme benötigt. Eine Menge, die in den europäischen Wäldern durchschnittlich alle 23 Sekunden nachwächst. Zudem unterliegt die Herstellung von Holzhäusern in Deutschland gesetzlichen Bestimmungen, die Bauunternehmen zu einer ressourcenschonenden Produktion anhalten.

Umweltfreundlich

In Deutschland kommt für den Bau eines Holzhauses vorzugsweise Lärche oder Fichte zum Einsatz. Bei ihnen handelt es sich um heimische Arten, die aus regionalen Wäldern stammen. Die Wege zwischen dem Forstgebiet und dem Sägewerk sind kurz und der CO2-Ausstoß während des Transports entsprechend gering.

Vollständig verwertbar

Bei der Produktion der Module für das Holzhaus finden alle Teile des Baumstammes Verwendung. Das Restholz und die Späne werden zu einem natürlichen Dämmmaterial weiterverarbeitet. Eine ökologische Alternative zu umweltschädlichem Styropor und Polyurethan, die auf dem nicht erneuerbaren, fossilen Brennstoff Erdöl basieren.

Wärmend und regulierend

Holz verfügt über gute thermische Eigenschaften und speichert Wärme zuverlässig. Zudem reguliert es die Luftfeuchtigkeit in den Wohnräumen und verbreitet – sofern es naturbelassen ist – ein angenehmes, natürliches Aroma.

Zukunftssicher

Der beste Beweis für die Langlebigkeit von Holzhäusern sind die Fachwerkhäuser aus dem 14. Jahrhundert, von denen einige heute noch stehen. Moderne Varianten setzen sich aus mehreren Modulen zusammen, die bei Beschädigung einzeln entnommen und ersetzt werden können. Dies erleichtert nicht nur die Sanierung, sondern ermöglicht auch eine flexible Anpassung der Wohnfläche im Falle veränderter Lebensumstände.

Kostengünstig

Neben den ökologischen Aspekten überzeugen Holzhäuser auch aus ökonomischer Sicht. Ihr Bau, ihre Instandhaltung und die Sanierung verursachen in der Regel geringere Kosten als Häuser aus Stahl und Beton. Zudem bietet die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) Förderprogramme für nachhaltige Bauprojekte an. Ein Holzhaus schont somit nicht nur die Natur und das Klima, sondern auch den Geldbeutel.

  • ©Adolf Bereuter / eBook „Die schönsten Holzhäuser 2020“

  • Chaletmodul, Rinsdorf Ströcker / © eBook „Die schönsten Holzhäuser 2020“

  • ©Hanns Joosten / eBook „Die schönsten Holzhäuser 2020“

  • ©Eugen Happacher / eBook „Die schönsten Holzhäuser 2020“

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